Elternzeit

Seit dem ersten Geburtstag von meinem Sohn Noah bin ich in Elternzeit. Zwei Monate lang. Was ein viel zu kurzer Zeitraum ist, aber um einen Song zu zitieren, den die Glee Kids letztens (in meiner Zeitrechnung jedenfalls) gesungen haben: "You can't always get what you want"!

Ein inoffzielles Anliegen von mir vor Beginn der Elternzeit war es, jeden Tag niederzuschreiben, wie es war. Wie der Tag gelaufen ist. Welche Gefühle es auslöst, den ganzen Tag für meinen Sohn da zu sein, im Gegensatz zu den paar Stunden morgens, die ich bisher für ihn da sein konnte.

Und was ist daraus geworden? Das Leben. Die Tage. Dass ich Noah zur Priorität und alles andere für unwichtig erklärt habe. Um dieses kurze Kleinod des "Hausmann & Vater sein" auszukosten.
Ich gebe zu, dass es mir unheimlichen Spaß und große Freude bereitet ein Mittagessen für die Familie zuzubereiten, mich mit dem Kleinen zum ausgedehnten Mittagsschlaf hinzulegen und dabei zu erleben wie er sich Tag für Tag dabei immer mehr an mich kuschelt und in meinen Armen einschläft.
Tolles Wetter draußen hin oder her, seinen einjährigen Sohn in den Armen liegen zu haben, wie er sich völlig vertrauens- und liebenswürdig an mich drückt ist durch nichts zu schlagen.
Außerdem hatte ich dadurch auch immer wieder Zeit in Neil Gaiman's "Graveyard Book" zu lesen, das auch noch perfekt zur Stimmung gepasst hat.

So sind also schon drei der acht Wochen vergangen und ich weiß jetzt schon, dass es mir sehr schwer fallen wird, die Prioritäten wieder ein Stück von Noah weg verschieben zu müssen, sobald ich wieder arbeiten muss.
Bis dahin werde ich aber jede Sekunde dieser wunderbar magischen Zeit geniessen.


Eltern-Gefühle

Was mich bisher am stärksten am Eltern-sein "umgehauen" hat, hat Alex Bogusky wunderschön beschrieben.

Not very long ago I could hold him like a football in one arm and now he's in High School. There are times defined by a singular emotion but the really important times are defined by a cocktail of feelings that intertwine like a bowl of spiritual spaghetti. This one an ingredient list of joy, sadness, longing and peace and probably others that I don't yet have the emotional palette to detect. All I know is it tastes wonderful and weird and it's spicy enough to make my eyes water.

When he was a very little boy he looked up at me one night while i was reading him a story and said, "Dad, your the best dad I ever had." Kids say some bizarre shit. But they seem know stuff at that age that somehow over time they're forced to forget. It's like they're waking up from a dream about other lives and other worlds. Or perhaps they're being lulled into the sleep of this world. Anyway, I of course said, "Son, you're the best son I've ever had." And whether I live a million lives or it all ends with this one that will always be true. And I just don't know how to feel about that.

Mixed emotions will have to do.

Und auch, wenn es für mich noch nicht wirklich lange her ist, bzw eigentlich sogar noch der Fall ist, dass ich Noah ganz locker "wie einen Football" in einer Hand halten kann, deuten sich die von ihm beschriebenen Gefühle schon an.
Und machen mich meist einfach sprachlos. Weshalb ich es umso umwerfender finde, wenn jemand einfach daher kommt und sie so (fast schon zauberhaft) auf den Punkt bringt.


Note to Self: Bildung

(Erinnerung an mich selbst, falls Noah mal als Teenager Schule doof findet, ist hier der Einstieg in eine angemessene "Rede")

Bildung ist Freiheit! Sei es, dass man sich mit "mehr" Bildung seinen Job, seine Lebensaufgabe viel eher aussuchen kann (sowohl "corporate" Jobs als auch selbst erschaffene), als auch, dass Bildung Horizonte eröffnet, weil man (meistens jedenfalls) einfach mehr hört und sieht, und teilweise sogar darauf geschult wird, mehr zu sehen, als es auf den ersten Blick scheint.